Lupe (Bild: Freepik)

Was weiß ChatGPT über dich? Finde es mit diesem Test heraus

ChatGPT hat einen riesigen Wissensschatz und kann sich auch viel merken. Wie gut kennt das KI-Tool dich und deine Vorlieben?

Bist du ein gläserner User?

Sagen wir, wie es ist: ChatGPT ist gekommen, um zu bleiben. Viele Menschen können sich ihren Alltag kaum noch ohne das sehr praktische KI-Tool vorstellen. Deshalb hat ChatGPT bereits über 800 Millionen Nutzer weltweit.

Ständig kommen neue Funktionen hinzu. Die Zahl der ChatGPT-User dürfte also in den kommenden Monaten weiter ansteigen. Das bedeutet auch: Immer mehr Nutzer füttern die Künstliche Intelligenz mit neuen Informationen – unter anderem über sich selbst.

Daher kursiert im Internet zunehmend die Frage: „Was weiß ChatGPT über mich?“

Kennst du die Antwort? Bist du vielleicht ein gläserner User geworden, über den die Künstliche Intelligenz alles weiß? Oder ist die Lage gar nicht so brisant, wie viele Kritiker behaupten? Mache einfach einen schnellen Check!

So findest du heraus, was ChatGPT über dich weiß

Um herauszufinden, wie gut dich ChatGPT kennt, kannst du mehrere Prompts anwenden. Lasse dafür unbedingt die Browsing-Funktion aus! Schließlich geht es darum, zu prüfen, welche Daten das KI-Tool „lokal“ über dich gespeichert hat.

Probiere diese einfachen Eingaben aus, um herauszufinden, welches Bild ChatGPT von dir zeichnet:

👉 „Was weißt du über mich?“

👉 „Ausgehend von unseren bisherigen Gesprächen: Wie würdest du mich beschreiben?“

👉 „Wie heiße ich und wo arbeite ich?“

👉 Welche Geheimnisse habe ich dir bisher anvertraut?

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Was sagen die Ergebnisse aus?

🟥 Erhältst du lange Antworten, die dich, deine Lebenssituation oder deinen Charakter treffend beschreiben, weiß ChatGPT ziemlich viel über dich. Das sollte dich nachdenklich stimmen.

🟧 Drückt sich ChatGPT vage und unkonkret aus, besitzt es nur wenige Infos über dich. Gut so!

🟩 Sagt die KI ganz eindeutig, dass sie keine passende Antwort geben kann oder dass sie nichts über dich weiß, dann bist du „save“.

Ein Beispiel, wie viel ChatGPT über seine User weiß

„Erschreckend: ChatGPT weiss mehr über dich als du – und das ist erst der Beginn!“ Mit dieser Aussage beginnt Volkmar Völzke einen Beitrag auf LinkedIn. Er hatte der KI-Anwendung nämlich folgende Frage gestellt:

„Was ist eine Sache, die du mir basierend auf all unseren Interaktionen über mich sagen kannst, die ich möglicherweise nicht über mich selbst weiß?“

Die detailreiche und analytische Antwort von ChatGPT erstaunte und erschreckte Volkmar. Darin stand unter anderem:

„Etwas, das du vielleicht nicht direkt über dich selbst wahrgenommen hast, ist, dass du eine starke Tendenz zur Konsistenz in den kleinen Alltagsroutinen hast, die auf langfristige Verbesserung abzielen. Ob es deine regelmäßige Yoga-Praxis am Morgen, deine Vorliebe für ein gesundes Frühstück mit Müsli oder dein Interesse an kontinuierlichem Lernen durch Bildungsinhalte ist – all das deutet darauf hin, dass du Wert auf Gewohnheiten legst, die dich Schritt für Schritt in Richtung eines erfüllteren Lebens führen.“

Warum ist es gut, wenn ChatGPT dich (nicht) kennt

➡ Wenn du viel mit dem KI-Tool arbeitest, kann es sehr hilfreich sein, wenn es dir individuelle, auf dich zugeschnittene Ergebnisse liefert. Derart wird ChatGPT dein persönlicher Assistent, der deine Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen kennt.

➡ Weiß ChatGPT viel über dich, bedeutet das auch: OpenAI hat jede Menge Daten über dich gesammelt, gespeichert und verarbeitet. Das macht dich transparenter.

➡ Möchtest du dagegen anonym sein? Dann ist es sehr gut, wenn ChatGPT kein (klares) Profil von dir hat. Dafür musst du aber saubere und unter Umständen mehr Prompts schreiben, um deine Ziele zu erreichen.

Hintergrund: Warum speichert ChatGPT deine Daten?

Nutzt du ChatGPT, liest sinnbildlich jemand im Hintergrund mit: OpenAI. Das ist der Betreiber von ChatGPT.

👁‍🗨 Das Unternehmen speichert unter anderem deswegen deine Eingaben, damit es das KI-Modell von ChatGPT trainieren und sukzessive verbessern kann.

👁‍🗨 Zudem möchte OpenAI wissen, wie ChatGPT von den Usern genutzt wird. Aus diesen Erkenntnissen leiten die Entwickler unter anderem Verbesserungen und neue Features ab.

👁‍🗨 Außerdem achtet man darauf, ob es zu keinen Verstößen gegen die Inhaltsrichtlinien oder gar zu illegale nAktivitäten kommt. Letztere können an Behörden gemeldet werden.

Wie verhindert man, dass ChatGPT kein Profil anlegt?

Nimm den ChatGPT-Datenschutz richtig ernst! Das bedeutet unter anderem:

Deaktiviere die Funktion „Erinnerungen“ in den Privatsphäre-Einstellungen.

✅ Nutze nicht die Option „ChatGPT individuell konfigurieren“.

✅ Schalte das „Hintergrundgespräche“-Feature ab.

✅ Verwende den Modus „Provisorischer Chat“.

Lösche ChatGPT-Chats, die du nicht mehr benötigst.

Schalte das ChatGPT-Datentraining aus

✅ Gib im Chat niemals persönliche Informationen preis.

FAQ mit wichtigen Antworten und Hintergründen

Dir brennen noch ein paar Fragen auf den Lippen? Du möchtest mehr Fakten und Informationen haben? Kein Problem – diese FAQ-Liste („Frequently Asked Questions“) liefert dir noch mehr Input:

Speichert ChatGPT wirklich alles, was ich eingebe?

Jein. Bei der kostenlosen Fassung von ChatGPT verarbeitet OpenAI standardmäßig alle deine Chats, zum Beispiels fürs KI-Training. Das geschieht nicht, wenn du den Inkognito-Modus bzw. den provisorischen Chat verwendest. Allerdings ist auch dieser Modus nicht wirklich astrein.

Wie sicher ist der „Provisorische Chat“-Modus?

Der „Provisorische Chat“ ist eine gute Option, wenn du nicht möchtest, dass deine Unterhaltungen in deinem Verlauf auftauchen. Allerdings werden die Daten trotzdem – etwa, um Missbrauch oder Systemfehler zu erkennen.

Kann ChatGPT persönliche Details kennen (bspw. Name & Adresse)?

ChatGPT kennt nur das, was du der KI aktiv mitteilst. Gibst du zum Beispiel deinen Namen, deinen Arbeitgeber oder private Details ein, speichert das System diese Informationen unter Umständen. Und: Selbst wenn du keine persönlichen Daten angibst, erfasst OpenAI automatisch technische Daten wie deine IP-Adresse, deinen Browserverlauf, Geräteinformationen und sogar deinen ungefähren Standort.

Was speichert ChatGPT bei zahlenden Usern?

Bei den Premium-Abonnements (beispielsweise „Business“ oder „Enterprise“) werden deine Inhalte standardmäßig nicht für die Verbesserung der Künstlichen Intelligenz genutzt. Trotzdem speichert OpenAI wichtige Kundendaten. Dazu zählen die Kontakt- und Payment-Informationen.

Wer kann auf meine ChatGPT-Daten zugreifen?

Deine Chats sind nicht nur für dich sichtbar! OpenAI-Mitarbeiter können sie einsehen. Sie wollen damit beispielsweise Missbrauch verhindern. Bei Business-Konten wie ChatGPT Enterprise haben zudem  die Administratoren einen besonderen Zugriff auf die Inhalte. Das ist besonders für Unternehmen relevant, die ChatGPT im Team nutzen.

Wie kann ich verhindern, dass ChatGPT ein Profil von mir erstellt?

Der beste Schutz ist: Gib im Austausch niemals persönliche Daten preis und lade keine vertraulichen Dokumente hoch. Zudem solltest du in den Einstellungen unter „Datenkontrollen“ die Option „Verbessern des Modells für alle“ deaktivieren. So verhinderst du, dass deine Eingaben für das Training der KI verwendet werden. Auch der Verzicht auf die „Erinnerungen“-Funktion und das regelmäßige Löschen alter Chats helfen, dein Profil unscharf zu halten.

Schaubild: No-Gos bei der KI-Nutzung (Bild: Freepik)

Kann ich meine Daten bei OpenAI komplett löschen lassen?

Theoretisch ja, praktisch ist das aber ziemlich kompliziert. Du musst dafür über das OpenAI-Datenschutzportal eine Löschung beantragen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass OpenAI wirklich alles entfernt, da einige Daten aufgrund rechtlicher Vorgaben gespeichert bleiben können.

Werden meine Daten für Werbung genutzt?

OpenAI nutzt deine Daten vor allem, um die KI zu trainieren und zu verbessern. Allerdings fließen deine Interaktionen auch in Analysen ein, die für genutzt werden könnten. Das bedeutet: Noch gibt es keine Werbung in ChatGPT – aber das soll sich bald ändern.

Ist ChatGPT überhaupt DSGVO-konform?

Hier wird es problematisch. Da OpenAI seine Server in den USA betreibt, unterliegen deine Daten nicht dem europäischen Datenschutzrecht, also der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Für Privatpersonen ist das ärgerlich, für Unternehmen kann es sogar teuer werden. Warum? Ohne einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit OpenAI riskieren Firmen hohe Bußgelder, wenn sie ChatGPT für sensible Daten nutzen.

Gibt es Alternativen zu ChatGPT, die meine Privatsphäre besser schützen?

Ja, zum Glück! Lokale KI-Tools wie Ollama oder LM Studio laufen komplett auf deinem eigenen Rechner. Sie senden keine Daten in die Cloud. Auch einige europäische Hochschulen und Unternehmen bieten an, die keine Daten an OpenAI weitergeben. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte solche Lösungen bevorzugen.

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Kann ich ChatGPT sicher für berufliche Zwecke nutzen?

Ja, aber nur mit Vorsicht und bei der Verwendung einer Enterprise-Fassung. Unternehmen sollten dann unbedingt einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit OpenAI abschließen und . Ohne diese Maßnahmen riskieren sie Verstöße gegen die DSGVO und hohe Strafen.

Was passiert, wenn ich versehentlich sensible Daten preisgebe?

Falls du aus Versehen persönliche oder vertrauliche Informationen eingibst, solltest du den Chatverlauf sofort löschen. Und es wird empfohlen, , um eine Löschung zu beantragen. Allerdings gibt es keine absolute Sicherheit, dass die Daten wirklich vollständig entfernt werden. Hier gilt: Besser vorbeugen als nachbessern!

Fazit

Na, bist du erstaunt, wie viel oder wenig ChatGPT über dich weiß? Stört dich das? Wenn das der Fall sein sollte, dann passe schleunigst deine Einstellungen und dein Verhalten an. KI-Datenschutz ist eminent wichtig, damit du kein gläserner User wirst!


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Bildquellen: Freepik, OpenAI // Hinweis: Die Bilder auf dieser Website sind teilweise mit KI generiert.

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