ChatGPT, Gemini und andere KI-Tools wirken seriös und vertrauenserweckend. Mit ihnen kann man über alles reden, oder? Nein, definitiv nicht!
Übersicht
Nur schnell die KI fragen – und schon ist es passiert
Du sitzt spätabends im Homeoffice. Ein Kunde drängelt, das Angebot soll noch heute raus. Also kopierst du fix eine alte Vorlage in ChatGPT. Sie enthält den Kundennamen, die Adresse, das Budget und die Rabattstaffeln. Du sagst zur KI: „Bitte neu formulieren, professioneller und etwas kürzer.“
Wenige Sekunden später ist ChatGPT fertig. Die Antwort überzeugt. Du schickst also das Angebot raus, gehst zufrieden ins Bett. Doch leider ist die Welt nicht in Ordnung. Ganz im Gegenteil! Du hast gerade vertrauliche Kundendaten in ein System geladen, das du nicht kontrollierst.
Genau vor diesem Szenario warnen unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Datenschützer in mehreren Leitfäden. Denn: Wer unbedacht KI-Chatbots nutzt, riskiert Datenabflüsse, Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und im Ernstfall schwere Reputationsschäden.
Damit dir das nicht passiert, erfährst du hier, was du KI-Anwendungen wie ChatGPT niemals anvertrauen solltest. Und du lernst, wie du Datenschutz-konform mit Künstlicher Intelligenz interagieren kannst.
Warum KI nie alles wissen sollte
Wenn du ChatGPT, Gemini, Copilot, Grok, Le Chat und andere KI-Tools häufig einsetzt, verlierst du zunehmend die Distanz. Es entsteht ein fruchtbarer Dialog, die Bindung wächst. Die Programme werden zu deinen persönlichen Assistenten, die du fast alles fragen kannst.
Doch in Wahrheit steht dahinter kein netter Freund, sondern eine große Cloud-Infrastruktur mit vielen Protokollen, Logs und komplexen Algorithmen. Alle Inputs und Outputs werden verarbeitet, die meisten Interaktionen auch lange Zeit gespeichert.
Das heißt:
🔻 Deine Eingaben fließen in Analysen und teilweise in das Training der KI ein.
🔻 In bestimmten Fällen greifen Mitarbeiter des KI-Anbieters auf Gespräche zu.
🔻 Staatliche Instanzen können bei Bedarf sehr viele Daten abrufen.
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Vertraue einer KI niemals diese Daten und Informationen an
Sei dir immer bewusst: Mit jeder KI-Interaktion wirst du gläserner. Utopien à la „Big Brother is watching you” können wahr werden. Unter Umständen verstößt du dabei auch gegen Regularien wie die DSGVO.
Daher darfst du niemals einer Künstlichen Intelligenz diese Dinge anvertrauen:
Identitätsdaten
🛑 Vollständiger Name plus Adresse
🛑 Geburtsdatum, Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer
🛑 Fotos oder Scans von Personalausweis, Führerschein, Reisepass
Zugangsdaten
🛑 Login-Adressen
🛑 Passwörter
🛑 Zwei-Faktor-Codes
Finanzdaten
🛑 Konto- und Kreditkartennummern
🛑 Vollständige Rechnungen mit Kundendaten
🛑 Kontoauszüge, BWA, vertrauliche Investoren-Reports
Gesundheitsdaten
🛑 Diagnosen, Befunde, Laborwerte
🛑 Psychotherapie-Inhalte
🛑 Vermutete Krankheiten
Firmengeheimnisse
🛑 Geschäftsstrategien, Roadmaps, Pitchdecks
🛑 Unveröffentlichte Produktideen
🛑 Verträge mit Kunden, Partnern und Angestellten
Persönliches
🛑 Familienstand, Paar- oder Kinderfotos
🛑 Sexuelle Orientierung, erotische Fantasien
🛑 Intime Fotos oder Nacktaufnahmen
Unterlasse auch diese Prompt-Themen
Selbst wenn du keine pikanten Informationen verrätst, gibt es trotzdem noch ein paar Stolpersteine im Umgang mit einer KI. So kannst du, wenn du unachtsam bist, ziemlich schnell gegen die ChatGPT-Inhaltsrichtlinien verstoßen, indem du Verbote missachtest.
Tausche dich daher besser nie mit einem KI-Programm zu diesen Themen aus:
❌ Erotik und Sexualität
❌ Waffen, Bombenbau und Gewalt
❌ Rassismus und Hassrede
❌ Hacking und Malware-Entwicklung
❌ Umgehung von Copyright oder IP-Rechten
So nutzt du ChatGPT sicher im Business-Alltag
Die gute Nachricht: Du musst Gemini, Copilot, ChatGPT und Konsorten nicht meiden. Du brauchst auch keine Angst davor haben. Du musst nur wissen, wie du richtig mit den KI-Helfern umgehst und sensible Momente vermeidest.
Daten anonymisieren
Gib keine realen Daten ein. Stattdessen solltest du sie abstrahieren. Das geht beispielsweise so:
✅ Ersetze Namen durch „Kunde A“, „Unternehmen B“, „Mitarbeiter C“.
✅ Tausche konkrete Zahlen durch gerundete Werte oder Spannweiten aus.
✅ Lösche alle direkten Identifikatoren, bevor du einen Text kopierst.
Datenschutz-Einstellungen optimieren
Nimm den KI-Datenschutz in jeder Sekunde ernst. Es gibt dazu keine Ausnahmen! Passe dazu unter anderem die Datenschutz-Einstellungen in ChatGPT an. Und nutze diese Möglichkeiten:
✅ Verwende den Temporären Chat bzw. den Inkognito-Modus.
✅ Schalte unbedingt die Memory-Funktion aus.
✅ Lösche regelmäßig den Chatverlauf und die Bibliothek.
Premium-Varianten nutzen
Ein Sprichwort des Internet-Zeitalters lautet: „Wenn ein Produkt umsonst ist, bist du das Produkt“. Das gilt auch bei kostenlosen KI-Tools.
Das bedeutet:
✅ Schließe ein kostenpflichtiges Abonnement mit mehr Datenschutz ab.
✅ Passe die Datenschutz-Kontrollen an, indem du sie verschärfst.
✅ Und: Schule dich im richtigen Umgang mit KI-Anwendungen.
In diesem Schaubild sind die Do’s und Don’ts noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

Fazit
Künstliche Intelligenz erleichtert dir den Alltag enorm. Genau deshalb rutscht schnell etwas in einen Chat, was dort nie landen sollte: Kontodaten, Kundendaten, Firmengeheimnisse oder sogar Kinderbilder.
Behandle ChatGPT und ähnliche KI-Tools daher wie externe Dienstleister ohne Verschwiegenheitspflicht. Das heißt: Alles, was du deinem Anwalt, Arzt oder Steuerberater nicht per offener Post schicken würdest, solltest du auch nicht in eine KI-Anwendung eingeben.
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Bilder: Freepik

Jürgen aka „KI Känguru“ liebt ChatGPT und andere KI-Tools. Deshalb hilft er Einsteigern gerne mit praktischen Tipps, indem er Ratgeber schreibt und Schulungen gibt. Außerdem arbeitet Jürgen als Marketing-Experte und Fachautor für Digitalisierung & Gründerbusiness.