„Das Thema ‚Hochrisiko-KI‘ betrifft unsere Firma nicht!“ – denkst du so? Dann liegst du vielleicht falsch. Das sind die Gründe.
Wann wird der KI-Einsatz zum Hochrisiko?
Schneller, als du denkst! Nutzt du KI-Anwendungen in deinem Unternehmen? Dann musst du klären, welches Risiko von ihnen ausgeht. Entscheidend ist nicht die Komplexität der Künstlichen Intelligenz, sondern ihre Wirkung auf Menschen.
Hier ein paar Beispiele. Sie zeigen, wie schnell der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und smarten Algorithmen in den Bereich „Hochrisiko-KI“ rutschen kann:
⚡ Automatisierte Leistungsbewertung von Mitarbeitern
⚡ KI-gestützte Preisgestaltung mit direkten Auswirkungen auf Kunden
⚡ Systeme zur Verhaltensanalyse von Kunden
⚡ KI-gesteuerte Bewertung von Leads in deiner Sales-Pipeline
Quick-Check: Wann gilt eine KI als riskant?
✅ Du hast einen KI-Assistenten entwickelt, der deine Social-Media-Posts vorbereitet? Wahrscheinlich geringes Risiko.
🛑 Ein KI-basiertes Scoring-Modell sortiert Bewerbungen vor? Das ist hochkritisch, denn es beeinflusst direkt Chancen, Einkommen und Lebenswege der Bewerber.
💡 Merke dir: Sobald KI Entscheidungen trifft oder beeinflusst, die Personen betreffen, handelt es sich um Risiko- oder Hochrisiko-KI.
Was sagt der EU AI Act zum Thema?
Sobald du Künstliche Intelligenz in deinem Unternehmen einsetzt – auch wenn es sich angeblich nur um „harmlose“ Programme handelt -, musst du dich mit dem EU AI Act bzw. der KI-Verordnung auseinandersetzen.
🔷 Die Regulierung basiert auf den Überlegungen der Europäischen Union (EU), den Umgang mit KI (englisch: Artificial Intelligence / AI) zu regulieren.
🔷 Alle EU-Staaten sind verpflichtet, den AI Act umzusetzen. Damit gilt er für alle Unternehmen, die KI-Tools einsetzen oder entwickeln – unabhängig von deren Größe. Selbst ChatGPT in der kostenlosen Version fällt schon unter die KI-Verordnung!
🔷 Seit 2026 müssen alle Firmen, die riskante KI-Technologien einsetzen, ein umfassendes Risikomanagement-System einführen. Bei Nichterfüllung drohen hohe Strafen.
Hochrisiko-KI: Was du jetzt tun musst
Der Begriff „Risikomanagement-System“ klingt groß und einschüchternd. Wenn du die Vorgabe jedoch in einzelne Schritte gliederst, verliert sie ihren Schrecken. Je früher du beginnst, desto weniger verselbstständigen sich riskante KI-Einsätze in deinem Unternehmen.
Das solltest du jetzt tun:
👉 Identifiziere alle KI-Anwendungen
Erfasse, welche KI-Systeme in deinem Unternehmen zum Einsatz kommen. Bewerte ihren Einfluss auf Menschen, Entscheidungen und Prozesse. Klassifiziere die Systeme anhand des in ihnen steckenden Risiko-Potenzials.
👉 Definiere Verantwortlichkeiten
Etabliere interne Richtlinien für die Entwicklung, den Einkauf und den Einsatz von KI. Je größer dein Unternehmen ist, desto wichtiger wird es, die Verantwortung für Compliance im Management zu verankern.
👉 Prüfe die Trainingsdaten
Die Trainingsdaten sind entscheidend für die Fairness und Genauigkeit KI-gestützter Entscheidungsprozesse. Daher ist es wichtig, die Herkunft und Auswahl der Daten zu dokumentieren.
👉 Biete Weiterbildungen an
Fördere die KI-Kompetenz in deinem Unternehmen. Schulungen für Fachabteilungen, Entwickler und Führungskräfte sind ein wichtiger Schritt. Sensibilisiere außerdem alle Teams für KI-Risiken und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.
👉 Automatisierung ersetzt keine Verantwortung
Sorge bei kritischen Entscheidungen unbedingt für menschliche Kontrolle. Benenne klare Eingriffsrechte.
👉 Setze auf Transparenz
Versetze dich in die Lage, deinen KI-Einsatz zu erklären. Entscheidungen sollten stets nachvollziehbar sein. Dokumentiere deshalb Modelle, Trainingsprozesse und Ergebnisse lückenlos.
👉 Dokumentiere alles
Wenn du alles genau festhältst, kannst du leicht nachweisen, dass du deiner Verantwortung im Bereich Hochsicherheits-KI nachkommst. Das ist bei Audits extrem wichtig.
Fazit
Hochrisiko-KI ist kein Randthema! Sie entsteht immer dann, wenn Künstliche Intelligenz echte Entscheidungen trifft und/oder das Leben von Menschen deutlich beeinflusst. So etwas geschieht schneller, als du denkst.
Nimm das Thema also ernst! Setze passende Maßnahmen um, um risikoreiche Künstliche Intelligenz oder Hochrisiko-KI zu identifizieren und diese gemäß den regulatorischen Vorgaben richtig einzusetzen.
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