KI-Websuche (Bild: Freepik)

Gute Website, trotzdem unsichtbar: Die Regeln der KI-Suchmaschinen

ChatGPT, Copilot und Perplexity sind das neue Google. Das heißt, Unternehmen müssen sich an die KI-Suchmaschinen anpassen.

Ein Gastbeitrag von Achim Weidner 

Soll deine Firma bei der KI-Suche gefunden werden?

Wer heute „Steuerberater in meiner Nähe“ oder „Installateur für Rohrbruch“ in ein Suchfeld tippt, bekommt zunehmend keine Liste mit Links mehr, sondern eine direkte Antwort. Gemini, ChatGPT, Perplexity, Le Chat und Co. übernehmen die Recherche und empfehlen Unternehmen, die sie als zuverlässig und eindeutig identifizierbar eingestuft haben.

Das Entscheidende: Diese KI-Systeme lesen keine Hochglanzbroschüren. Sie suchen nach klaren, widerspruchsfreien Fakten. Wer gefunden werden will, muss aufhören, nur für Menschen zu werben – und anfangen, für die Algorithmen der Künstlichen Intelligenz lesbar zu sein.

Dein Unternehmen muss eindeutig erkennbar sein

Dein Firmenname steht auf der Website anders als bei Google Maps oder auf der Google Unternehmensseite (früher Google MyBusiness). Die Telefonnummer auf Facebook hat eine andere Formatierung als auf deiner Visitenkarte. Für einen Menschen ist das unerheblich. Für eine KI ist es ein Widerspruch, der Vertrauen kostet.

Was KI-Systeme damit machen

Sie gleichen Informationen aus Dutzenden Quellen ab. Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer überall überein, wertet die KI das als Bestätigung: Dieses Unternehmen existiert, ist aktiv und vertrauenswürdig. Abweichungen hingegen erzeugen Unsicherheit – und deine Firma rutschst in der Empfehlung nach unten.

Was du konkret tun solltest

✅ Prüfe, ob Name, Adresse und Telefonnummer auf diesen Plattformen zu 100 Prozent identisch sind: Website, Google Unternehmensseite, LinkedIn, Facebook, Instagram und Branchenbuch-Einträge.

✅ Wichtig: Die Daten sollten nicht annähernd identisch sein, sondern exakt identisch! Dasselbe Format, dieselbe Schreibweise, dieselbe Abkürzungen.

✅ Bevorzuge bei der Telefonnummer eine Festnetznummer mit lokaler Vorwahl. Eine Ortsvorwahl signalisiert der KI deinen geografischen Standort.

...............

- Top-Angebot - 

...............

Zeig, was du löst – nicht, wer du bist

Die meisten Unternehmenswebsites sind voller Sätze wie „Wir sind Ihr kompetenter Partner für…“ oder „Mit Leidenschaft und Erfahrung…“. Diese Aussagen klingen vertraut. Aber sie sagen nichts Konkretes, was eine KI verwenden könnte.

Was KI-Systeme damit machen

Sie suchen nach konkreten Antworten auf konkrete Fragen. Ein Nutzer fragt: „Wer repariert Flachdächer in Frankfurt?“ Die KI sucht eine Quelle, die genau das beantwortet – mit einem Ort, einer Leistung, einem Ansprechpartner. Werbliche Formulierungen werden dabei oft schlicht ignoriert.

Was du konkret tun solltest

✅ Ersetze Selbstbeschreibungen durch Lösungsbeschreibungen. Statt „Wir sind eine erfahrene Kanzlei für Familienrecht“ lieber: „Wir vertreten Mandanten in Scheidungsverfahren, Sorgerechtsstreitigkeiten und Unterhaltsregelungen im Raum München.“

✅ Erstelle mindestens fünf häufig gestellte Fragen aus deinem Alltag. Beantworte sie klar auf deiner Website. Nicht erfundene Fragen, sondern echte: Was fragen Kunden, bevor sie buchen? Was müssen sie wissen, bevor sie dich anrufen?

✅ Diese Struktur – Frage, kurze Antwort, Erläuterung – ist exakt das Format, aus dem KI-Systeme ihre Empfehlungen zusammensetzen.

✅ Streiche Adjektive wie „einzigartig“, „innovativ“ oder „maßgeschneidert“. Sie erhöhen die Wortanzahl, ohne zusätzliche Information zu liefern.

Was andere über dich sagen, zählt doppelt

Viele kleine Unternehmen pflegen ihre eigene Website sorgfältig. Aber im Internet ist es still um sie. Kein Presseartikel, kein Verbandsprofil, keine externe Erwähnung.

Was KI-Systeme damit machen

Sie vertrauen unabhängigen Quellen mehr als Selbstauskunft. Ein Artikel in der lokalen Zeitung, ein Eintrag im Gewerbeverein, eine Erwähnung im Fachverband – das sind für KI-Systeme Bestätigungen von außen (sogenannte „Third-Party Signals“). Selbst wenn kein direkter Link zur Website gesetzt wird, registrieren viele KI-Systeme bereits die namentliche Erwähnung im Netz.

Was du konkret tun sollest

✅ Werde aktives Mitglied in einem Berufsverband oder Gewerbeverein. Stelle dabei sicher, dass dein Profil dort vollständig und aktuell ist.

✅ Suche gezielt Kontakt zu lokalen Redaktionen und Onlinemagazine. Ein Fachbeitrag, ein Expertenkommentar zur aktuellen Rechtslage oder ein Bericht über ein abgeschlossenes Projekt liefert dir Sichtbarkeit, die keine bezahlte Anzeige ersetzen kann.

✅ Halte Vorträge oder biete Workshops an. Jede öffentliche Erwähnung deines Namens in Verbindung mit einem Thema stärkt deine Wahrnehmung als Fachperson in diesem Bereich.

ChatGPT Zitate / Text (Bild: Freepik)

Was du von deiner Webagentur einfordern musst

Viele Agenturen bauen gute Websites. Aber ohne Rücksicht darauf, ob eine KI die Inhalte überhaupt auslesen und verwenden kann.

Was KI-Systeme damit machen

Sie lesen Websites nicht wie ein Mensch. Sie suchen nach maschinenlesbaren Strukturen im Hintergrund der Seite (sogenanntes „strukturiertes Datenschema“ oder „Schema Markup“). Fehlt diese Struktur, bleibt selbst ein inhaltlich guter Text für KI-Systeme unsichtbar.

Was du konkret tun solltest

Beauftrage deine Agentur ausdrücklich mit folgenden Punkten:

✅ Strukturierte Daten für dein Unternehmen, deine Leistungen, deine FAQs und deinen Standort (JSON-LD via Schema.org).

✅ Saubere technische Seitenstruktur mit klaren Überschriften und gegliederten Inhalten, keine verschachtelten Textwüsten.

✅ Klare, sachliche Texte ohne Marketingfloskeln. Bitte konkret darum, dass Fülltext gestrichen und durch belegbare Aussagen ersetzt wird.

Fazit

KI-Systeme empfehlen Unternehmen, die sie eindeutig identifizieren, thematisch einordnen und durch externe Quellen bestätigen können. Werbliche Selbstdarstellung spielt dabei keine Rolle. Konkrete, widerspruchsfreie und maschinenlesbare Information schon.

Die gute Nachricht: Die meisten dieser Maßnahmen kosten kein Budget, sondern Sorgfalt. Wer seine Hausaufgaben macht, hat gegenüber Mitbewerbern, die weiter auf klassische Werbetexte setzen, einen echten Vorsprung.

___

Über den Autor:

Achim Weidner sorgt für die Sichtbarkeit seiner Kunden im Internet, indem er Websites und Unternehmensauftritte in sozialen Netzwerken erstellt und betreut. Ein Thema, das Achim schon lange beschäftigt, ist der smarte Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um Unternehmen effizienter zu machen.


❓ Willst du weitere erstklassige KI- & ChatGPT-Tipps und tolle Inspirationen für neue Prompts bekommen? Dann abonniere den kostenlosen KI-Känguru Newsletter!


...............


Bilder: Freepik

Bildquellen: Freepik, OpenAI // Hinweis: Die Bilder auf dieser Website sind teilweise mit KI generiert.

Kommentar verfassen