OpenAI, der Entwickler und Betreiber von ChatGPT, schaut jetzt mehr darauf, was du schreibst. So schiebst du dem einen Riegel vor.
Deine ChatGPT-Chats sind gar nicht privat
Bist du auch jemand, der mittlerweile nicht mehr ohne ChatGPT leben möchte? Verständlich! Immerhin kann die Künstliche Intelligenz dein Redenschreiber, Reiseplaner, Hausarzt, Lebensberater und Steuerberater sein. Herrlich, oder? Nein, so herrlich ist das gar nicht.
Du chattest mit ChatGPT über allerlei private und sensible Themen? Du denkst, das bleibt alles zwischen dir und der KI? Weit gefehlt! Hinter den Kulissen lesen zahlreiche, echte Menschen mit. Nicht nur zufällig, sondern systematisch.
Warum überprüfen Menschen deine KI-Unterhaltungen?
OpenAI gibt es nicht offiziell zu, aber die Recherchen von 404 Media haben es ans Licht gebracht: Für „Project Lily“ wurden Hunderte Auftragnehmer angeheuert, um echte ChatGPT-Gespräche zu lesen und zu bewerten.
Was prüfen die genau? Unter anderem haben die menschlichen Mitleser folgende Dinge im Blick:
✅ Verständlichkeit: Antwortet ChatGPT klar und präzise?
✅ Tonfall: Klingt die Künstliche Intelligenz wie ein Roboter oder natürlich?
✅ Relevanz: Geht ChatGPT überhaupt richtig auf deine Fragen ein?
✅ Verhalten: Schmeichelt ChatGPT zu viel? Oder bevormundet es dich?
Bist du nun ein gläserner User?
Jein. Die Chats, die OpenAI überprüfen lässt, werden zwar anonymisiert, aber die Filter sind nicht perfekt – das gibt OpenAI zu. Persönliche Daten können durchrutschen! Laut 404 Media sehen die Prüfer unter Umständen die Zusammenfassungen deiner Memories, also dein persönliches ChatGPT-Gedächtnis, und die Standortdaten.
Bei Datenschützern gehen nun die roten Alarmlampen an. Und auch als ChatGPT-Nutzer solltest du das Mitlesen der Chats nicht einfach so hinnehmen, sondern gleich Gegenmaßnahmen einleiten!
So unterbindest du das Mitlesen deiner Chats
Du willst nicht, dass deine Chats zur Verbesserung der KI-Modelle genutzt werden? Kein Problem! Wenn du eine kostenpflichtige Premium-Fassung von ChatGPT im Einsatz hast, kannst du folgendermaßen vorgehen:
➡ Klicke auf dein Profilfoto-Icon in ChatGPT
➡ Gehe zu den Einstellungen und dort auf „Datenkontrollen“
➡ Deaktiviere den Schalter bei „Das Modell für alle verbessern“
Nun werden deine Chats nicht mehr zur Verbesserung von ChatGPT genutzt. Und damit dürften deine Unterhaltungen auch nicht mehr mitgelesen werden.
Aber: Die Einstellungsänderung gilt nur für deine zukünftigen Chats – nicht rückwirkend für die alten Unterhaltungen! Diese werden 30 Tage oder länger bei OpenAI gespeichert.
Was du auch tun kannst
Du willst deine „Spuren“ zusätzlich verwischen? Dann nutze den Inkognito-Modus, auch bekannt als „Temporärer Chat“, „Provisorischer Chat“ oder „Geheimnis-Modus“.
Klicke hierzu im Chat-Fenster auf das gestrichelte Sprechblasen-Symbol rechts oben. Dann werden deine Unterhaltungen – angeblich – nicht zur Modellverbesserung genutzt. Aber dafür taucht der Chat auch nicht in deiner Chat-Historie auf.
Aber: Auch hier gilt, dass OpenAI deinen „geheimen“ Austausch bis zu 30 Tage lang speichert. Weshalb? Damit der Chat unter Umständen von US-amerikanischen Geheimdiensten untersucht werden kann. Das ist leider kein Scherz.
Fazit
Du siehst: ChatGPT ist weder dein bester Kumpel, noch ein Therapeut mit Verschwiegenheitsklausel! Wenn du nicht auf die Datenschutz-Einstellungen achtest, bist du ziemlich schnell ein gläserner User. Willst du das? Falls nicht, wäre es sinnvoll, eine KI-Känguru Fortbildung zum Thema „KI & Datenschutz“ zu absolvieren 😉
Bild: Magnific AI

Jürgen aka „KI Känguru“ liebt ChatGPT und andere KI-Tools. Deshalb hilft er Einsteigern gerne mit praktischen Tipps, indem er Ratgeber schreibt und Schulungen gibt. Außerdem arbeitet Jürgen als Marketing-Experte und Fachautor für Digitalisierung & Gründerbusiness.
