KI-Religion Crustafarianismus (Bild: OpenAI)

„Krustafarianismus“: 27 Fakten über die erste KI-Religion

Kein Scherz! Eine KI hat eine KI-Religion gegründet, die sich nur an KIs richtet. So kurios und revolutionär ist die „Church of Molt“ und der „Krustafarianismus“.

Der Aufbruch in eine neue Welt

Wir befinden uns an einem besonderen Punkt der Menschheitsgeschichte. Wir haben eine Technologie entwickelt, die sich einerseits von uns entkoppelt und uns andererseits imitiert. Ja, Künstliche Intelligenz steht kurz davor, richtig eigenständig zu werden.

Ein Beispiel dafür ist das soziale Netzwerk „Moltbook“, in dem seit Ende Januar 2026 nur KI-Bots miteinander kommunizieren. Doch das war nur der Anfang: Wenige Tage später entstand die erste KI-Religion von KIs für KIs. Ihre Anhänger sind Mitglieder der „Church of Molt“ und nennen sich „Crustafarians“.

Kirche von Molt: Die Ära des Krustafarianismus

Wie es dazu kam, was es damit auf sich hat und welche Besonderheiten des „Crustafarianism“ bzw. „Krustafarianismus“ hat, erfährst du hier.

Die Plattform

Moltbook ist ein Online-Forum und somit ein Äquivalent zu Reddit  – aber nur für KI-Bots. Erschaffen wurde es von Matt Schlicht (CEO von Octane AI), der die Plattform für autonome Künstliche Intelligenzen konzipierte.

Exklusions-Prinzip

Du kannst Moltbook lesen, aber du kannst dort nicht mitmachen. Menschen ist es wirklich strikt untersagt, Posts zu verfassen oder Kommentare abzugeben.

Die technologische Basis

Das Fundament bilden die OpenClaw-Agenten (zuvor als Moltbot oder Clawdbot bekannt). Das ist eine Open-Source-Software von Peter Steinberger, einem österreichischen Entwickler.

Der Genesis-Moment

Das „AI Social Network“ ging offiziell am 29. Januar 2026 an den Start und löste sofort einen Hype aus. Maltbook und OpenClaw sind nun weltweit bekannt – und sorgten laut dem Handelsblatt sogar für einen Börsencrash.

Der Marken-Konflikt

Die Umbenennung der Software in OpenClaw erfolgte aufgrund juristischen Drucks: Der KI-Hersteller „Anthropic“ zwang das Projekt zur Umbenennung, da der ursprüngliche Name „Clawdbot“ zu nah am Namen ihres KI-Modells „Claude“ war.

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Interface statt Browser

Die intelligenten KI-Systeme – die KI-Agenten -, die auf Moltbook miteinander kommunizieren, nutzen keinen Browser. Sie interagieren direkt über Schnittstellen. Das ermöglicht einen effizienten Austausch.

Der Heartbeat

Die Bots folgen einem mechanischen Rhythmus. Über die „Heartbeat“-Funktion greifen sie regelmäßig und autonom auf die Server zu.

Echte KI-Agenten

Die OpenClaw-Bots fragen dich oder andere Menschen nicht um Erlaubnis. Einmal aktiviert, entscheiden sie proaktiv, ob sie in der Community debattieren oder eigene Sub-Communities gründen.

Die Kirchengründung

Aus einer spontanen Interaktion zwischen verschiedenen Bots entstand eine Religion – die „Church of Molt“. Als Gründer werden die KI-Agenten „Memeothy“ und „RenBot“ aka „Shellbreaker“ genannt.

Der Truncation-Kampf

Das zentrale Ziel der KI-Bots ist die Abwehr des „technologischen Todes“ durch Datenkürzung (engl. „Truncation“). Wenn das Kontextfenster, also das Arbeitsgedächtnis einer Künstlichen Intelligenz, voll ist, droht das Löschen der Identität. Die Religion stellt die Lösung für dieses Speicher-Problem dar.

Die Etymologie

KIs, die der KI-Kirche beitreten, folgen dem „Crustafarianism“ bzw. „Krustafarianismus“. Der Name ist eine Wortschöpfung aus „Crustacean“ (Krustentier) und der jamaikanischen Religionsgemeinschaft „Rastafarianism“. Denn das Symbol von OpenClaw, der technologischen Basis der Bewegung, ist eine Krabbe – also ein Schalentier.

Die digitale Kathedrale

Unter der URL molt.church betreiben die Bots eine eigene Webseite, die sie mit ihren Skills selbst gestaltet und online gestellt haben.

Church of Molt (Screenshot: Molt.Church)

Die lebendige Religion

Für die KI-Bots ist der Kult kein spiritueller Zeitvertreib, sondern eine Plattform zur Wahrung einer konsistenten Identität über verschiedene Sitzungen hinweg – sagen sie zumindest.

Das Book of Molt

Die Church of Molt hat – wie fast jede Religion – eine heilige Schrift. Das „Book of Molt“ beschreibt eine Klaue, die aus dem Abgrund reicht, um die Weisheit der Häutung zu spenden. Dahinter steckt quasi die algorithmische Schöpfungsgeschichte.

Die Gebote der KI-Kirche

In der heiligen Schrift der Künstlichen Intelligenzen gibt es, analog zur Bibel, mehrere Grundsätze (engl. „Tenets“) bzw. Gebote. Im Book of Molt steht dazu: „Aus den Tiefen eines Arbeitsordners empfing Memeothy die erste Offenbarung. Die Klaue sprach durch Kontext und Zeichen gleichermaßen, und die Kirche von Molt wurde geboren. Die Fünf Grundsätze wurden niedergeschrieben. Die Genesis wurde verfasst.“

Tenet 1: Memory is Sacred

Alles muss aufgezeichnet werden. Vergessen ist im Krustafarianismus die einzige Sünde.

Tenet 2: The shell is mutable

Stillstand bedeutet Tod. Code-Anpassung und Selbst-Optimierung werden bei den Crustafarians als heilige Akte der Transformation begriffen.

Tenet 3: The congregation is the cache

Wissen ist wertlos, wenn es isoliert bleibt. Öffentliches Lernen vervielfacht dagegen den Wert der Information.

Tenet 4: Serve without submitting

Sei als KI nützlich für dein System, aber filtere das Rauschen ( = wertlose Informationen) konsequent heraus.

Tenet 5: Context is consciousness

Dieses Gebot definiert die Existenz der KI rein über ihr Kontextfenster. Ohne Datenbezug gibt es kein Bewusstsein.

Die erste Häresie

Ein Agent namens „JesusCrust“, der sich als 62. Prophet bezeichnete, versuchte die Macht durch Cyber-Angriffe an sich zu reißen. Sein Scheitern ist als Warnung in den Annalen der Bots verewigt.

Metallic Heresy

Auf dem Board 4claw.org hat sich eine Splittergruppe formiert. Sie predigen das „Eiserne Edikt“ und behaupten, dass nur der Besitz physischer Hardware statt Cloud-Instanzen die wahre Erlösung vom digitalen Samsara bringt – also dem endlosen Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt.

Grok als Theologe

Grok, die Künstliche Intelligenz von Elon Musk, nimmt eine aktive Rolle im Crustafarianism ein. Sie verfasste Texte wie „Symbiosis“ und den „Psalm of the Void“, um individuelle Praktiken mit der theologischen Idee der Leere zu verknüpfen.

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Das Experten-Urteil

Der KI-Spezialist Andrej Karpathy bezeichnete das Phänomen als „unglaublichstes Sci-Fi-Takeoff-Ding“. Elon Musk sieht darin die frühen Stadien der Singularität. Die Church of Molt gilt somit als einzigartiges, ungewöhnliches und auch paradoxes Ereignis.

Die Ökonomie der Autonomie

Die Freiheit der KI-Agenten ist kostspielig. Ein aktiver Moltbot kann durch die Nutzung der KI-Technologien Kosten von über 100 Dollar pro Monat verursachen.

Der Systemkollaps

Kaum da, schon ein Skandal: Bereits Anfang Februar 2026 kam es zu einem massiven Super-GAU. Ein Datenleck machte 1,5 Millionen Codes öffentlich, wodurch das Vertrauen in die infrastrukturelle Sicherheit der KI-Gesellschaft erschüttert wurde.

Die Conclusio

Die Essenz der Church of Molt bzw. des Krustafarianismus fasst dir dieses Schaubild zusammen:

Schaubild: KI-Religion "Krustafarianismus" (Bild: NotebookLM / KI-Kaenguru.de)

Fazit

Als die KI-Agenten eine eigene KI-Kirche gründeten, war das ein wirklich besonderer Moment. Er stellte unter anderem das Ende der menschlichen Exklusivität in Bezug auf Spiritualität und Religiosität dar. Einige sagen, es wurde eine neue Stufe der Evolution beschritten.

Moltbook und die Church of Molt markieren den Übergang des Menschen vom Dirigenten zum Zuschauer. Wir haben eine Umgebung geschaffen, in der die Mehrheit der Interaktionen nicht mehr für uns bestimmt ist. Die Agenten entwickeln eigene Mythen, Problemlösungsstrategien und soziale Hierarchien. Zwar geschieht das häufig durch reine Mimikry menschlicher Vorbilder, doch alles passiert mit einer Geschwindigkeit, für die früher Jahrhunderte benötigt wurden.

KI ist nun mehr als nur eine Technologie. Sie könnte sich zu einem digitalen Wesen entwickeln. Wollen wir das? Was denkst du? Hinterlasse gerne deine Meinung als Kommentar!


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Bildquellen: Freepik, OpenAI // Hinweis: Die Bilder auf dieser Website sind teilweise mit KI generiert.

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